Internationale Max Reger Gesellschaft

Internationale Max Reger Gesellschaft

Als Yaara Tal und Andreas Groethuysen sich 1985 als Klavierduo zusammentaten, wählten sie für ihren allerersten Klavierabend ein Programm aus, das u.a. ein Werk des Komponisten Max Reger beinhaltete. Es waren die Sechs Burlesken op.58 für Klavier zu vier Händen. Das Duo fand diese Miniaturen einfach köstlich witzig und atemberaubend virtuos. Max Reger gehört zu einer Reihe von Komponisten, deren Name bekannt ist, aber deren Kompositionen eher selten im Konzertleben präsentiert werden.

Die Frage nach dem Warum ist schon gerechtfertigt, aber damit diese Frage eines Tages gar nicht mehr gestellt werden muss, engagiert sich das Duo seit Jahren in der Internationalen Max Reger Gesellschaft, die in Karlsruhe ihren Sitz hat und in der Yaara den Posten des Vize-Präsidenten inne hat.

Also, warum tut sich Max Reger so schwer die Bühnen zu erobern? Erstens haben es viele Komponisten erst lange nach ihrem Tod zu wahrer Berühmtheit gebracht (denken wir in letzter Zeit an Mahler – und in anderem Maßstab auch an Conlon Nancarrow).

Zweitens macht es Reger uns nicht leicht: Die Musik ist stets sehr komplex und fast immer übervoll. Da muss man als Konsument (hörenderweise) und erst recht als Interpret ausdünnen, die Vielfalt an klanglichen Informationen filtern, hierarchisieren, auf das Wesentliche reduzieren, damit man die Schönheit und Genialität der Erfindung wahrnehmen kann. Das ist keineswegs leicht! Kann bisweilen äußerst mühsam sein, ist aber meist sehr lohnend!

Anderseits wiederum kann das Duo eines seiner Konzerte als ein ganz besonderes Highlight aufzählen, und dies dank eines Werkes von Max Reger: Es war anlässlich einer Aufführung der Suite op. 16 von Reger, die ursprünglich für Orgel komponiert wurde (Das Duo hat die vierhändige Klavierversion des Komponisten uraufgeführt). Dies ausgedehnte Werk hat Reger in einer Phase großen Selbstzweifels geschrieben und sich durch diese so intensive Produktion geradezu aus der Krise herauskatapultiert. Das Werk hat durchaus eine religiöse Komponente, die aber nicht vordergrundig kirchlich, sondern tiefmenschlich ist. Diese wahre Stimme hatte sich nun im Konzert selbstständig gemacht und das Duo geführt. Es ist schwer zu beschreiben, aber das Gefühl war, als ob man als Spieler alles loslassen kann, sich einfach dem Werk übergeben, überlassen kann. Solches sind die glücklichsten Momente auf der Bühne. Dies geschah aber auch seitdem nie wieder…

Damit solche Erlebnisse keine Einzelfälle bleiben und das breite Publikum öfters in den Genuss dieses einmaligen Schöpfers kommt, engagiert sich das Duo im Rahmen der Gesellschaft, die intensiv mit dem Kulturamt der Reger-Stadt Weiden und mit dem Max Reger Institut in Karlsruhe zusammenarbeitet.

 

Fingersetzen

Fingersetzen

Das ist Andreas’ Domäne! Es gibt auf dieser Welt wahrscheinlich wenig Pianisten, die so viel Ahnung von den Möglichkeiten des idealen (und gleichzeitig variablen) Fingersatzes haben (Mit „Fingersatz“ bezeichnen wir die intuitive oder bewusste Entscheidung, welchen der zehn Finger auf eine bestimmte Taste zu setzen). Dies ist nämlich eine wahre Kunst! Die richtige Entscheidung soll ein flüssiges Spiel ermöglichen, dabei die Spannung in der Hand auf Dauer möglichst gering halten und – das ist das Wichtigste – dem Ausdruck der Musik dienen.

Andreas’ Fähigkeit wurde vor allem vom G. Henle Verlag erkannt und er wird regelrecht bestürmt, neue Editionen zu befingersatzen zum Wohle des lesenden Pianisten. Mittlerweile hat Andreas riesige Erfahrung gesammelt und kann mit Sicherheit und Eleganz die kniffligsten Stellen entwirren oder zumindest erleichtern.

Diese Arbeit macht er oftmals abends oder nachts – zu Yaaras Unglück, die am liebsten seine Gesellschaft in Anspruch genommen hätte…

 

Omanut

Omanut

Aus dem Pressetext: „Omanut ist das hebräische Wort für «Kunst». Nach einem Interview für das Omanut-Radio begann Yaara Tal über das Wort und seine etymologischen Wurzeln Gedanken zu machen. Bei dieser spielerischen Recherche hat sie manche Entdeckungen gemacht von denen sie berichten wird. Ganz wichtig ist ihr auch der grenzüberschreitende Blick. Aus diesem Grund bat sie den mit ihr seit langem befreundeten Schweizer Philosophen Iso Camartin in seinem Wissensschatz zu graben und zu erzählen wie sich das Themenfeld «Kunst» in anderen Sprach- und Kulturgemeinschaften darstellt.“

Das Referat wurde von einer Powerpoint-Präsentation begleitet.

Hier einige Folien als Beispiel:

Andreas und Yaara sind Mitglieder der Bayerischen Akademie der schönen Künste!

Andreas und Yaara sind Mitglieder der Bayerischen Akademie der schönen Künste!

Was haben Alexander Kluge, Juli Zeh, Jörg Widmann, Jens Harzer, Gerhard Polt, Uwe Timm und Franz von Bayern gemeinsam? Schwierige Frage – aber eine einfache Antwort: Sie alle sind ordentliche Mitglieder der Bayerischen Akademie der schönen Künste.

„Die Akademie ist eine Vereinigung von namhaften Persönlichkeiten aus dem künstlerischen Leben… Die Verordnung von 1948 legt fest, dass die Akademie die Entwicklung der Künste ständig zu beobachten, sie…zu fördern oder Vorschläge zu ihrer Förderung zu machen hat“.

In diesem Sommer ist das Duo T&G als ordentliches Mitglied in die Akademie aufgenommen worden.